Das Zusammenziehen und Zusammenleben 6

Im einer festen, gut funktionierenden Beziehung kommt man irgendwann an den Punkt, an dem man sich fragt, ob man zusammenziehen soll. Es ist ein wichtiger Schritt, der Vieles verändert. Grundsätzliches und grundsätzlich.
Man ist dann einfach nicht mehr allein und kann nicht mehr in den Tag hineinleben, so wie es einem in den Kram passt. Ab dem Moment des Zusammenziehens ist man zu zweit, egal wie man das dreht und wendet.
Die Einkäufe, die man tätigt sind für zwei (daher man sollte allein schon den finanziellen Aspekt nicht unterschätzen – aber dazu später mehr), Entscheidungen, die man trifft – betreffen beide.
Ich verstehe die Paare nicht, die rigoros alle Ausgaben 50-50 aufteilen, oder irgendwelche Aufgaben- und Wochenpläne erstellen. Das hat für mich einen WG-Touch und sowohl mir, als auch Anonymister graust allein der Gedanke daran. Denn wir sind keine WG, wir sind ein Paar, das zusammenlebt und es liebt zusammen zu leben.
Was die Haushaltsführung angeht, haben wir stillschweigend unsere Haushaltspflichten aufgeteilt, bzw. hat sich das eher so bei uns eingeschlichen. Ich mache am Liebsten die Bäder sauber, weil ich in dem Punkt sehr penibel bin. Ich finde nämlich, dass alles andere ruhig chaotischer sein kann, aber das Bad muss sauber sein. Punkt. Im Gegenzug ist es Anonymister’s Aufgabe die Küche in Schacht zu halten. Alles andere machen wir gemeinsam. Während er z.B. staubsaugt, so sorge ich für die allgemeine Ordnung. Oder wenn er z.B. das Bett bezieht, wische ich derzeit den Staub (was aber selten vorkommt, weil unser Haus entgegen des Alters kaum staubt – God bless).

Doch der Spaß muss auch irgendwie bezahlt werden und so kommen wir jetzt zu einem wichtigen Aspekt – den Finanzen. Fakt ist, man braucht Einiges um zusammen ziehen und zusammen leben zu können. Zuerst braucht man Möbeln. Gut ist, wenn man schon einiges hat (geschenkt kriegt, oder bereits aus einer eigenen Wohnung besitzt), des Weiteren muss man die Kaution bzw. Maklercourtage bezahlen können. Gut, man könnte natürlich Glück haben und die Eltern bezahlen diese einmalige Sachen. Mit Möbeln ist das natürlich nicht getan und man braucht Sachen wie Töpfe, Pfannenwender, Fußmatten fürs Bad, Klobürste… Die komplette Bezahlung der Wohnungseinrichtung seitens Eltern kommt aber selten in dem Ausmaß vor und deshalb ist ein Grundbudget eine Grundvoraussetzung. Aber das Allerwichtigste ist, dass man die fortlaufenden Zahlungen tätigen kann: Miete, Lebensmittel, Strom, Telefon & Internet. Und das ist natürlich der Nachteil, wenn man sich von den Eltern abkapselt. Wenn man noch bei denen wohnt, fällt einem nicht auf, was bezahlt werden muss – aber wenn man es erst selber zahlen muss, wird es einem erst bewusst. Daher kann ich aus eigener Erfahrung nur wärmstens empfehlen vorher wenigstens ein Jahr lang alleine gewohnt zu haben. Das nimmt einem jegliche Illusionen und öffnet die Auen, so dass man völlig realitätsnah zusammen ziehen kann.
Man sollte es also nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn man soll ja auch für sich selber was tun können und nicht mit seinem Einkommen nur das gemeinsame Leben finanzieren. Es kostet (je nach Lebesstandard) eine gewisse Summe, die man nun mal aufbringen können muss, um at least nicht aus der Wohnung geschmissen zu werden.
Viele Paare, die zusammenleben – haben ein gemeinsames Konto und viele haben getrenne, ich finde sowohl das Eine, als auch das Andere hat seine Vor- und Nachteile, deshalb haben wir eine für uns ideale Lösung gefunden und managen dies so: Wir haben ein gemeinsames Konto, an welches wir via Dauerauftrag einen Betrag überweisen, um den fixen Lebensunterhalt zu bezahlen und unsere regulären Konten, auf welche unsere Gehälter eingehen und von denen wir den Rest bezahlen – Shoppen, ausgehen, Benzin etc. Große gemeinsame Anschaffungen wie das Macbook, neue Möbel etc., bezahlen wir je nach Kontostand mehr oder minder 50-50, aber wir legen es nicht fest und rechnen auch nichts auf den allerletzten Cent runter, wer was wann in welcher Höhe bezahlt hat. Oder wir sparen gemeinsam drauf.

Eigentlich besteht das größte Geheimnis des gemeinsamen Lebens darin, ein Team zu sein – mit den selben Zielen, Prinzipien und Prioritäten. Ein ausgelutschter Satz, der sich aber als eine Art Lebensweisheit bewahrheitet hat ist: “There is no I in team”. Es ist einfach so, wenn man sich nicht ergänzt, sondern nur weiterhin an seinen eigenen Arsch denkt (wo wir mal wieder beim Stichwort WG wären), ist es schlicht und ergreifend zum Scheitern verurteilt. Und wenn beide damit einverstanden sind, dann kann die trockene Wäsche auch bis zum nächsten Wochenende auf dem Wäscheständer hängen bleiben ;D
Und das Allerschönste am gemeinsamen Leben (neben dem Einschlafen und Aufwachen nebeneinander) sind die Kleinigkeiten, wie z.B. jetzt: ich liege mit dem iPad in der Badewanne und tippe diesen Post und Anonymister macht Abendessen und gleich kommt er hier rein mit einem Teller, setzt sich auf den Boden neben der Wanne und wir essen aus einem Teller…

PS: Ich dachte daran, solche Gedanken in unregelmäßigen Abständen, als eine Art “Kolumne” zu posten. Ich habe auch noch eine andere Idee, mal schauen, ob ich Anonymister dazu überredet kriege.

6 Kommentare zu “Das Zusammenziehen und Zusammenleben

  1. Antworten T. Feb 27, 2013 15:28

    Bin 4 Jahre jünger und gefühlt 10 Jahre unerfahrener als du.

  2. Antworten shelynx Feb 19, 2013 22:38

    Ich finde solche kleinen Essays ganz schön und mir hat es durchaus Freude gemacht, davon zu lesen -zumal mein Freund und ich (seit fast 2 Jahren zusammen) langsam über ein Zusammenziehen nachdenken, was aber nicht ohne ist, da wir beide nicht mehr 20 sind… als “erwachsene, fertige” Menschen zusammen zu ziehen lässt wirklich Welten einander begegnen… Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt

    • Antworten Anonymiss Feb 20, 2013 10:21

      Es kann durchaus Problemchen geben, wenn 2 Menschen mit eingefahrenen Gewohnheiten / Abläufen zusammenziehen, aber in der Regel gewöhnt man sich sehr schnell wieder um – also mach dir keinen Kopf. Ist das bist jetzt nur angedacht, oder habt ihr schon konkrete Pläne?
      Es wird wunderbar werden, da bin ich mir sicher! :)

  3. Antworten T. Feb 18, 2013 23:03

    Schön erzählt. Wie lange lebt ihr beiden denn schon zusammen?
    Und noch eine Interessensfrage: Wie alt bist du?

    • Antworten Anonymiss Feb 19, 2013 14:57

      hey :)
      danke schön! im april sind es 2 jahre, die wir gemenisam leben :)
      und ebenso im april werde ich 24 und du?
      ich hatte dir schon unter einem anderen kommentar geschrieben – ich habe irgendwie probleme bei blogger mit name & url (also so, wie ich bei dir sonst kommentiert habe) kommentare zu hinterlassen. die “rutschen” quasi durch -.-

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